Veröffentlichung im InsolvenzPortal

Erstellt: Dienstag, 14. Mai 2019

Dr. SPONAGEL Rechtsanwälte wiederholt erfolgreich bei Sanierung

Für die insolvente „Geert Grüppen GmbH & Co. KG Baustoffhandel“ zeichnet sich unter Insolvenzverwalter Dr. Moritz Sponagel eine Investorenlösung ab. Für SPONAGEL Rechtsanwälte ist dies nur eine der zahlreichen erfolgreichen Unternehmenssanierungen seit nunmehr rund 10 Jahren.

Gute Nachrichten aus Niedersachsen: Insolvenzverwalter Sponagel verkauft die Grüppen-Gruppe an „Mayrose-Uelsen GmbH & Co. KG Baustoffhandel. Damit besteht der Standort Uelsen weiter fort. „Dass wir nun innerhalb so kurzer Zeit einen so passenden Bieter wie Mayrose Uelsen gefunden haben freut mich sehr,“ sagt Dr. Sponagel, Fachanwalt und Inhaber der Dr. Sponagel Rechtsanwälte. Das Insolvenzverfahren war am 1. März eröffnet worden. In den vergangenen Monaten gab es verschiedenste Gespräche mit Banken, Lieferanten und möglichen Investoren. Mit Mayrose-Uelsen wurde zwischenzeitlich der Kaufvertrag unterzeichnet. „Dies ist Eine schöne Entwicklung, insbesondere für die Mitarbeiter vor Ort“, so Moritz Sponagel.

Die Geert Grüppen GmbH & Co. KG Baustoffhandel ist ein traditionsreicher, mittelständiger Baustoffhandel aus der Grafschaft Bentheim und verzeichnet einen Umsatz von 30 Millionen Euro. Seit über 150 Jahren beschäftigt sich das Unternehmen nunmehr mit dem Thema Bauen.

Auch Geschäftsausstattung und Lager-Vorräte (das sog. Anlage- und Umlaufvermögen) von Grüppen wurde an sämtlichen Standorten übernommen. „Unter den wirtschaftlich herausfordernden Umständen bei Grüppen ist dies insbesondere auch für die Mitarbeiter in Uelsen eine erfreuliche Entwicklung. Darüber hinaus haben, meiner Kenntnis nach, ein Großteil aller weiteren Mitarbeiter bereits neue Jobs in Aussicht“, erklärt Sponagel weiter.

Dr. Sponagel Rechtanwälte ist eine überregional tätige Kanzlei von Rechtsanwälten, Wirtschaftsjuristen und Sachbearbeitern mit über 40 Mitarbeitern an Standorten im Mittel- und Norddeutschen Raum. Die Kanzlei ist konsequent auf die Insolvenzverwaltung und Zwangsverwaltung ausgerichtet und hat ihre Leistungsfähigkeit unter der Federführung des Fachanwafts Dr. Moritz Sponagel seit rund 10 Jahren in mehreren tausend Insolvenzverfahren aus den verschiedensten Wirtschaftszweigen und Größenordnungen als (vorläufige) Insolvenzverwalter oder (vorläufige) Sachwalter unter Beweis gestellt.

Spezialisiert ist Moritz Sponagel insbesondere auf Insolvenzen in der Spedition, im Automobil- und Maschinenbereich, im Gesundheitswesen und in der Fortführung von Betrieben, sowie der Erstellung von Insolvenzplänen von natürlichen Personen. Unter anderem war die Kanzlei bereits federführend bei der Sanierung von bekannten, insbesondere regional verwurzelten, Unternehmen wie Timmer European Textile Service GmbH in Nordhorn, der Plock Elekto Gruppe mit mehreren Gesellschaften aus Leer und der Bäckerei B. Lübbers GmbH aus Leer beauftragt. Zurzeit ist Moritz Sponagel unter anderem im Verfahren der Auktionsplattform Trustbills als Insolvenzverwalter bestellt.

© InsolvenzPortal

 

 

Veröffentlichung der Grafschafter Nachrichten

Erstellt: Montag, 13. Mai 2019

Grüppen-Stammsitz bleibt dicht

Baustoffhandel Mayrose führt nur Uelsen fort / Aus für Emlichheim und Nordhorn

EMLICHHEIM/UELSEN/ NORDHORN Ein halbes Jahr, nachdem der Baustoffhandel Grüppen aus Emlichheim Insolvenzantrag gestellt hat, sind erste Entscheidungen gefallen. Der Baustoffhandel Mayrose aus Meppen hat das Familienunternehmen gekauft. Fortgeführt wird aber nur der Standort an der Reithalle in Uelsen. Für den Grüppen-Stammsitz an der Bahnhofstraße in Emlichheim und die Niederlassung an der Westfalenstraße in Nordhorn-Blanke gibt es keine Zukunft.

Nachfolger der Geert Grüppen GmbH & Co. KG in Uelsen wird die Mayrose-Uelsen GmbH & Co. KG. „Es freut mich, dass wir einen finanzstarken Käufer gefunden haben“, berichtet Insolvenzverwalter Moritz Sponagel aus Bremen. Das Insolvenzverfahren war am 1. März eröffnet worden.

Grüppen hatte insgesamt etwa 80 Mitarbeiter beschäftigt. Ein Teil davon wurde von Mayrose für Uelsen übernommen. „Meiner Kenntnis nach hat ein Großteil aller weiteren Mitarbeiter bereits neue Jobs in Aussicht“, teilte Sponagel mit. Das deckt sich mit GN-Informationen, nach denen kaum ein Mitarbeiter auf der Straße stehen musste. Viele hatten sich bereits seit Dezember um eine neue Stelle gekümmert.

Mayrose führt die Geschäfte in Emlichheim und Nordhorn zwar nicht fort, übernimmt aber die Geschäftsausstattung und auch die Waren aus allen Läden und Lagern. Die Liegenschaften in Emlichheim und Nordhorn gehören nicht zur Insolvenzmasse und befinden sich im Besitz der Grüppen-Eigentümerfamilie Konjer. Was mit ihnen geschieht, ist noch unklar, wahrscheinlich ist aber ein Verkauf. Die Fläche in Emlichheim liegt in zentraler Lage und gilt als „Filetstück“. Hier soll es bereits erste Pläne geben. Grüppen hatte nach GN-Informationen bereits seit Jahren mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen – auch ein Unternehmensberater konnte nicht mehr helfen. Neben Zahlungsausfällen größerer Kunden machten dem Unternehmen offenbar auch Altlasten zu schaffen. Grüppen hatte die Standorte Uelsen und Nordhorn vor einigen Jahren vom Baustoffhandel Hölter übernommen, der seinerzeit selbst ins Trudeln geraten war.

Von Andre Berens   © Grafschafter Nachrichten

 

 

Veröffentlichung im InsolvenzPortal

Erstellt: Montag, 13. Mai 2019

Investorenphase bei Trustbills-Insolvenz startet gut

Vor wenigen Wochen sorgte es für Überraschung in der Finanzszene: Die Insolvenz des FinTec-Startups Trustbills.

Jetzt meldet sich erstmals der vorläufige Insolvenzverwalter, Dr. Moritz Sponagel, zu Wort. Er sagt: „Trustbills steht grundsätzlich auf guten Füßen, die Insolvenz hatte vor allem betriebsinterne Gründe.“ Auch das Geschäft läuft uneingeschränkt weiter. Trustbills befindet sich im Fokus, insbesondere auch weil sich mit DZ Bank und Deutscher Bank öffentlichkeitswirksame Investoren beteiligt hatten. Trustbills war 2015 gegründet worden, sitzt in Gütersloh und hat sich auf die Finanzierung von Handelsforderungen spezialisiert.

„Zwischenzeitlich befinde ich mich als vorläufiger Insolvenzverwalter in einer Vielzahl ausgesprochen vielversprechender Gespräche mit potentiellen Investoren“, so Sponagel. Diese kommen aus dem Banking-Sektor, insbesondere dem Fonds- und Finanzinvestoren-Umfeld.

„Grundsätzlich rechne ich damit, dass wir in den nächsten Monaten eine tragfähige Lösung für die weitere Zukunft von Trustbills finden werden,“ sagt Sponagel. Der Verwalter ist auf Unternehmenssanierungen spezialisiert, seine Kanzlei gehört bundesweit zu den führenden in der lnsolvenz- und Zwangsverwaltung. „Bemerkenswert finde ich, wie mutig Trustbills dieses neue Geschäftsfeld in den vergangenen Jahren erobert hat. Dass dies potentielle Investoren ebenso sehen, freut mich daher umso mehr.

© InsolvenzPortal

 

 

Veröffentlichung der Verbraucherzentrale Bremen e.V.

Erstellt: Donnerstag, 09. Mai 2019

Sanierung in Eigenverwaltung macht deutliche Fortschritte

  • Amtsgericht eröffnet wie geplant Restrukturierungsverfahren
  • Vorstand behält unternehmerische Verantwortung
  • Mitarbeiter signalisieren Unterstützung

Bremen, 2. Mai 2019 - In ihrem Sanierungsverfahren hat die Verbraucherzentrale Bremen e.V. einen wichtigen Meilenstein erreicht: Das Amtsgericht Bremen hat gestern das Verfahren eröffnet und damit grünes Licht für die Fortführung der Restrukturierung in Eigenverwaltung gegeben. In diesem Verfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung wie bisher beim Vorstand, der von den Sanierungsexperten Rechtsanwalt Olaf Schubert und Dr. Christian Matiebel unterstützt wird.

Mit Eröffnung des Verfahrens hat das Bremer Amtsgericht den vorläufigen Sachwalter Dr. Moritz Sponagel von der Kanzlei Dr. Sponagel Rechtsanwälte in Bremen zum Sachwalter bestellt. Der Sachwalter übernimmt wie bisher eine Überwachungsfunktion. Nach der Verfahrenseröffnung haben die Gläubiger nun die Möglichkeit, ihre Forderungen anzumelden.

Der Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen e.V. hat mit den Sanierungsexperten ein Restrukturierungskonzept entwickelt, das sich in der Umsetzung befindet und durch die Vorlage eines Insolvenzplans abgeschlossen werden soll. „Da die Verbraucherzentrale ihre Beratung im Land Bremen weiter uneingeschränkt anbietet und die Projekte wie in den vergangenen Jahren uneingeschränkt umsetzt, haben wir viel Rückhalt für unseren Sanierungsweg erhalten“, sagte Dr. Tim Voss, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Verbraucherzentrale Bremen. „Auch die Bremerinnen und Bremer stehen weiterhin zu ihrer Verbraucherzentrale und fragen die Beratung nach. Deshalb sind wir sehr zuversichtlich, dass wir die Sanierung des gemeinnützigen Vereins wie geplant im 3. Quartal erfolgreich abschließen können.“

Die Verbraucherzentrale Bremen e.V. hatte im Februar eine Restrukturierung in Eigenverwaltung beantragt. Auslöser war eine fehlerhafte Bezugnahme in den Arbeitsverträgen auf den Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Dies hatte zur Folge, dass die Mitarbeiter des gemeinnützigen Vereins in den vergangenen 15 Jahren Ansprüche auf zwei statt auf eine betriebliche Altersversorgung erworben haben.

Das nun entwickelte Sanierungskonzept sieht eine Anpassung der Arbeitsverträge und eine Bereinigung der Bilanz vor.

Mit der Sanierung in Eigenverwaltung verfolgt der Vorstand drei Ziele: Zum einen soll der gemeinnützige Verein in seiner jetzigen Form fortgeführt, zum anderen das Beratungsangebot in Bremen und Bremerhaven wie bisher aufrechterhalten werden. Zudem wird angestrebt, die Arbeitsplätze der 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen viele teilzeitbeschäftigt sind, vollständig zu erhalten.

Während einer Betriebsversammlung haben die Beschäftigten signalisiert, dass sie den eingeschlagenen Sanierungsweg weiter unterstützen werden.

Über die Verbraucherzentrale Bremen

Die Verbraucherzentrale Bremen mit Sitz in Bremen ist ein überparteilicher und anbieterunabhängiger, gemeinnütziger Verein. Seit mehr als 50 Jahren informiert, berät und unterstützt sie Verbraucherinnen und Verbraucher in Fragen des privaten Konsums und vertritt Verbraucherinteressen bei Unternehmen, Politik und Verbänden. Die Verbraucherzentrale hat 18 Mitgliedsverbände und 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vorständin ist Dr. Annabel Oelmann.

Arbeitsschwerpunkte sind Verbraucherrecht, Telekommunikation und Medien, Versicherungen und Finanzdienstleistungen, Energie und Bauen, Lebensmittel und Ernährung sowie Gesundheit und Pflege.

© Verbraucherzentrale Bremen

 

 

Veröffentlichung im Weser Kurier

Erstellt: Donnerstag, 09. Mai 2019

Insolvenzverfahren bei der Bremer Verbraucherzentrale eröffnet

Die Verbraucherzentrale Bremen hat den nächsten Schritt auf ihrem Weg der Sanierung genommen. Das Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren eröffnet. Ziel sei es, dass alle Mitarbeiter ihre Jobs behalten.

Bei der Insolvenz der Verbraucherzentrale Bremen hat das Amtsgericht nun das Verfahren eröffnet. Das hat der Verein am Donnerstag bekannt gegeben. Es sei der nächste Schritt für die Verbraucherschützer, um wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Bereits im Februar hatte die Verbraucherzentrale den Antrag auf Restrukturierung in Eigenverantwortung gestellt.

Auch das weitere Verfahren soll nun in Eigenverantwortung laufen. Der bisher eingesetzte Sachverwalter Moritz Sponagel von der Bremer Kanzlei Sponagel Rechtsanwälte übernimmt weiterhin die Überwachungsfunktion. Mit Sponagel hat der Vorstand der Verbraucherzentrale ein Sanierungskonzept entwickelt.

Der Verein ist wegen eines Fehlers bei der Altersversorgung für die Mitarbeiter in Schieflage geraten. Dieser Fehler hatte zur Folge, dass die Mitarbeiter des gemeinnützigen Vereins in den vergangenen 15 Jahren Ansprüche auf zwei statt auf eine betriebliche Altersversorgung erworben haben.

Wie der WESER-KURIER erfahren hat, geht es um die Arbeitsverträge ab 2005. Diese sind nach dem Tarif für den Öffentlichen Dienst der Länder abgeschlossen und sehen eigentlich vor, dass die Einzahlung in die betriebliche Altersversorgung für die Mitarbeiter bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder erfolgt. In den Verträgen war aber festgeschrieben, dass die Einzahlungen beim Versorgungsverband bundes- und landesgeförderter Unternehmen erfolgt, wie es bei älteren Verträgen vor 2005 der Fall gewesen sein soll. So haben sich also Ansprüche auf zwei betriebliche Altersvorsorgen ergeben. Der Fehler stammt noch aus der Zeit, bevor Annabel Oelmann Vorständin bei der Verbraucherzentrale Bremen wurde. Das Amt hat sie nun seit drei Jahren.

Das nun entwickelte Sanierungskonzept sieht eine Anpassung der Arbeitsverträge und eine Bereinigung der Bilanz vor. Während einer Betriebsversammlung haben die Beschäftigten bereits signalisiert, dass sie den eingeschlagenen Sanierungsweg weiter unterstützen werden. Dabei verfolgt der Vorstand der Verbraucherzentrale drei Ziele: Zum einen soll der gemeinnützige Verein in seiner jetzigen Form fortgeführt werden. Auch das Beratungsangebot in seiner jetzigen Form soll fortgeführt werden. Zudem wird angestrebt, die Arbeitsplätze der 32 Mitarbeiter, von denen viele teilzeitbeschäftigt sind, vollständig zu erhalten.

Tim Voss, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Verbraucherzentrale Bremen, sagt: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Sanierung des gemeinnützigen Vereins wie geplant im dritten Quartal erfolgreich abschließen können.“ Laut Voss habe es viel Rückhalt für den Sanierungsweg der Verbraucherzentrale gegeben. Außerdem würden die Bremer weiterhin das Beratungsangebot genauso zahlreich annehmen, wie es in der Vergangenheit schon der Fall war.

Als die Insolvenz im Februar bekannt wurde, gab es von allen Seiten in der Bremer Politik unterstützende Worte – mit Zusagen über eine finanzielle Unterstützung hielt sich die Politik mehrheitlich aber zurück. Von der FPD hieß es damals, man müsse den Sanierungsprozess erstmal abwarten, die Linke wiederholte ihre Forderung, der Verbraucherzentrale mehr Gelder zukommen zu lassen, um ihr Beratungsangebot auszubauen. In den sozialen Netzwerken musste die Verbraucherzentrale im Februar auch diversen Spott über sich ergehen lassen, dass sie in Schieflage geraten war, während sie ansonsten Verbraucher berät, die finanzielle Probleme haben.

Bei dem Bremer Fall handelt es sich aber nicht um die erste Insolvenz einer Verbraucherzentrale in Deutschland. Dieses Schicksal ereilte bereits im Jahre 2004 die Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern. Damals gab es dort im Bundesland 19 Anlaufstellen. Sie schrumpfte sich unter anderem gesund, indem sie die Zahl auf sechs reduzierte. Die Bremer Verbraucherzentrale verfügt über ein Büro im Bremer Faulenviertel und eines in Bremerhaven. Viel Spielraum, um Anlaufstellen zu schließen gibt es hier also nicht.

Innerhalb des Verbunds der Verbraucherzentralen hatten die Bremer in den vergangenen Jahren ihren Schwerpunkt bei der Analyse nachhaltiger Finanzanlagen sowie beim sogenannten Finanzmarktwächter im Internet bei der Immobilienfinanzierung.

Derzeit sieht es nicht danach aus, dass Vorstand oder Verwaltungsrat für die finanziellen Probleme haftbar gemacht werden können. In der Vereinssatzung der Verbraucherzentrale heißt es: „Die Haftung des Verwaltungsrats und des Vorstands gegenüber dem Verein beschränkt sich auf vorsätzliches und grob fahrlässiges Verhalten.“ Aber im aktuellen Fall ist laut einem Experten, der nicht genannten werden möchte aber mit solchen Fällen Erfahrung hat, ein Vorsatz nicht zu erkennen. Ansonsten hätte diese Insolvenz auch noch eine strafrechtliche Dimension.

Von Florian Schwiegershausen   © Weser Kurier

 

 

Veröffentlichung in buten un binnen

Erstellt: Donnerstag, 09. Mai 2019

Verbraucherzentrale Bremen hat offiziell Insolvenz beantragt

  • Amtsgericht Bremen hat dem Insolvenzantrag zugestimmt
  • Im Februar wurde finanzielle Schieflage der Verbraucherzentrale bekannt
  • Offenbar sind Fehler in den Arbeitsverträgen Grund für die Probleme

Die Verbraucherzentrale Bremen hat offiziell Insolvenz beantragt. Das hat der Vereinsvorstand buten un binnen bestätigt. Im Februar wurde bekannt, dass die Verbraucherzentrale in eine wirtschaftliche Schieflage geraten war. Nun hat sich der Vorstand entschieden, die Situation mittels einer Insolvenz zu regeln. Das zuständige Amtsgericht Bremen hat dem Antrag zugestimmt.

Arbeitsplätze und Beratungen sollen erhalten bleiben

Grund für die finanziellen Schwierigkeiten der Verbraucherzentrale sind dem Vernehmen nach Fehler in Arbeitsverträgen der Mitarbeiter. Vor rund fünfzehn Jahren hatte die damalige Geschäftsführung nach einem Wechsel der Tarifverträge offenbar vergessen, die Altersversorgung anzugleichen. Nach buten un binnen-Informationen summieren sich die daraus entstandenen Ansprüche der Mitarbeiter mittlerweile auf rund 750.000 Euro.

"Es wird angestrebt, die Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vollumfänglich zu erhalten", teilt die Leitung der Verbraucherzentrale schriftlich mit. Auch das Beratungsangebot soll in vollem Umfang bestehen bleiben.

Von Sebastian Manz   © buten un binnen

 

Verbraucherzentrale in Schwierigkeiten (Aus der Sendung "buten un binnen" | Regionalmagazin vom 02. Mai 2019)

https://www.butenunbinnen.de/videos/insolvenz-verbraucherzentrale-100.html

© buten un binnen

 

 

 

Veröffentlichung in DerTreasurer

Erstellt: Dienstag, 30. April 2019

Fintech Trustbills ist insolvent, Geschäft läuft aber weiter

Trustbills musste Insolvenz anmelden. Ursachen hierfür sollen Medienberichten zufolge Querelen im Gesellschafterkreis der Auktionsplattform für Handelsforderungen sein.

Das Fintech Trustbills hat Insolvenz angemeldet. Das berichtet die Online-Plattform „Finanz-Szene.de“. Demnach stellten Jörg Hörster, Gründer und CEO von Trustbills, und sein Mitgeschäftsführer Johannes Ulbricht beim Amtsgericht Bielefeld Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Der Gütersloher Jurist Moritz Sponagel soll am Donnerstag zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt worden sein, berichtet Finanz-Szene.de unter Berufung auf das Insolvenzregister.

Hörster und Ulbricht bestätigten die Situation am Ostermontag. „Die Trustbills GmbH durchläuft derzeit einen Restrukturierungsprozess und ein zukunftsorientiertes Insolvenzverfahren. Das operative Geschäft wird davon jedoch nicht tangiert“, zitiert die Online-Plattform die beiden Trustbills-Geschäftsführer.

Presse: Trustbills-Gesellschafter uneinig über Kurs

Die Ursache für die Insolvenz soll dem Bericht zufolge „nicht im operativen Geschäft“ liegen. Stattdessen gebe es  innerhalb des Eignerkreises offenbar verschiedene Meinungen um den künftigen Kurs von Trustbills, heißt es dort.

Größter Gesellschafter mit einem Anteil von 62,5 Prozent ist Fintech Studio, hinter dem der Trustbills-Gründer und -Geschäftsführer Jörg Hörster steht. Die übrigen Anteile gehören zwei deutschen Banken: 2016 war die DZ Bank mit 25 Prozent bei Trustbills eingestiegen. Für die Genossen war die Auktionsbörse für bilanzentlastende Verkäufe internationaler Handelsforderungen die erste strategische Beteiligung an einem Fintech-Unternehmen im Firmenkundengeschäft.

Im Frühjahr 2017 folgte die Deutsche Bank und erwarb einen Anteil von 12,5 Prozent an der Auktionsplattform. Auch für Deutschlands größtes Geldhaus war das damals die erste Beteiligung an einem Fintech.

Bekannte Trade-Finance-Experten bei Trustbills

Trustbills hatte in der Vergangenheit aber nicht nur auf die Expertise seiner Gesellschafter gebaut, sondern auch auf die Erfahrung verschiedener Trade-Finance-Experten aus Banken und einem Industrieversicherungsmakler. So war beispielsweise der Trade-Finance-Experte Markus Wohlgeschaffen im Sommer 2016 von der UniCredit-Gruppe zu Trustbills gewechselt. Im Februar 2018 folgte die Kreditversicherungsexpertin Claudia Haas, die von Marsh zum der Auktionsbörse kam.

Zuletzt stieß im September vergangenen Jahres die Investmentbankerin Petra Sütter von Natwest, der Investmentbankingsparte der Royal Bank of Scotland (RBS), zum Fintech. Trustbills wollte von Sütters langjähriger Erfahrung im Firmenkundengeschäft der DACH-Region profitieren. Die Bankerin gestaltete bei Natwest/RBS nach der unglücklichen ABN-Amro-Übernahme im Jahr 2008 die strategische Neuaufstellung der Firmenkundenbetreuung in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit. Zuletzt verantwortete sie bei der britischen Großbank die Beziehung zu multinationalen Unternehmen in der DACH-Region.

Von Sabine Paulus    © DerTreasurer

 

 

Veröffentlichung der Finanz-Szene.de

Erstellt: Dienstag, 30. April 2019

Promi-Fintech Trustbills schlittert in die Insolvenz

Wir investieren nicht direkt im Fintechs – das war lange Zeit die Digital-Doktrin der Deutschen Bank. Vor ziemlich genau zwei Jahren vollzog das wichtigste Geldhaus der Republik dann jedoch die Kehrtwende. Der Anlass hieß: Trustbills, ein 2015 gegründetes Hamburger Startup, das sich auf die Finanzierung von Handelsforderungen spezialisiert hat und bei dem kurz zuvor (ebenfalls als erste Fintech-Beteiligung überhaupt) bereits die DZ Bank eingestiegen war. Dieses Unternehmen, so dachte man, muss etwas Besonderes haben – wenn zwei der größten deutschen Banken es zu ihrem Premieren-Investment im Fintech-Bereich machen … Doch nun: Hat Trustbills nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ plötzlich Insolvenzantrag gestellt.

Auch wenn der Fall vertrackt ist, scheint eines festzustehen: Die Ursache für die Insolvenz liegt nicht im operativen Geschäft. Stattdessen gibt es  innerhalb des Eignerkreises offenbar verschiedene Meinungen um den künftigen Kurs von Trustbills. Größter Gesellschafter mit einem Anteil von 62,5% ist die FinTech Studio GmbH (ehemals Maravon GmbH), hinter der der Trustbills-Gründer und -Geschäftsführer Jörg Hörster steht. Die DZ  Bank hält 25%, die Deutsche Bank die restlichen 12,5%. Offenbar haben sich Hörster auf der einen und die beiden Frankfurter Großbanken auf der anderen Seite derart zerstritten, dass letztere nicht mehr bereit waren, die Trustbills GmbH weiter zu finanzieren.

Folge: Vergangene Woche stellten Hörster und sein Mitgeschäftsführer Johannes Ulbricht beim Amtsgericht Bielefeld (wo Hörster privat und geschäftlich oft zugegen ist) Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Wie aus dem Insolvenzregister hervorgeht, wurde der Gütersloher Jurist Moritz Sponagel am Donnerstag zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt. Auf Anfrage von „Finanz-Szene.de“ teilten Hörster und Ulbricht am Ostermontag mit: „Die Trustbills GmbH durchläuft derzeit einen Restrukturierungsprozess und ein zukunftsorientiertes Insolvenzverfahren. Das operative Geschäft wird davon jedoch nicht tangiert.“

Das Geschäftsmodell von Trustbills läuft darauf hinaus, Lieferanten-Forderungen über eine Auktionsplattform handelbar zu machen. Die Idee von Deutscher Bank und DZ Bank war es, sich nicht nur finanziell an Trustbills zu beteiligen, sondern auch eigene Firmenkunden an die Plattform zu vermitteln. In Finanzkreisen heißt es, diese Idee sei lange Zeit durchaus mit Leben gefüllt worden. Tatsächlich finden sich auf der Website von Trustbills Referenzfälle von Volks- und Raiffeisenbanken, die – vermittelt offenbar über die genossenschaftliche DZ Bank – erfolgreich mit Trustbills kooperieren. Ein Beispiel ist die Heidenheimer Volksbank, die lobt:

„Wir sehen Trustblls als zukunftsweisendes und strategisches Instrument zur Kundenbindung, mit welchem wir uns erfolgreich als erster Ansprechpartner in Finanzfragen bei unseren dynamisch wachsenden Unternehmen positionieren können, ohne das Eigenrisiko zu erhöhen. Es hat sich darüber hinaus herausgestellt, dass der Bedarf an unseren bankeigenen Mitteln konstant hoch blieb, da sich durch die höheren Umsatzerlöse unseres Kunden auch ein höherer Vorfinanzierungsbedarf über unsere Betriebsmittellinie ergab.“

Auch aus der Branche heißt es, die Firma werde im Markt durchaus wahrgenommen. Insofern komme der Insolvenzantrag eher überraschend.

Was in diesem Zusammenhang interessant ist: Wie „Finanz-Szene.de“ im Oktober in einer großen Analyse („Das ultimative Lehrstück über die Schlacht zwischen Banken und Fintechs“) aufgezeigt hatte, arbeitet die Deutsche Bank an einer eigenen Plattform-Lösung für die Handelsfinanzierung. Das Projekt trägt den Namen „Trade Information Network“. Aus Insiderkreisen ist nun zu hören, die Deutsche Bank könnte das einstige Vorzeige-Fintech mittlerweile als Widersacher wahrnehmen – und habe darum gar kein gesteigertes Interesse daran, dass Trustbills reüssiert.

Es gibt allerdings auch Branchenkenner, die dieser Einschätzung widersprechen. Zwar würden Trustbills und das „Trade Information Network“ im gleichen Markt agieren, die Konzepte stünden allerdings – so die Wahrnehmung von außen – nicht in Konkurrenz zueinander, sondern seien womöglich sogar komplementär. Tatsächlich wird in Finanzkreisen die Vermutung, speziell die Deutsche Bank habe ihr Interesse an Trustbills verloren, zurückgewiesen. Stattdessen ist zu hören, die beiden beteiligten Großbanken seien vom Konzept des Hamburger Finanz-Startups „unverändert überzeugt“. Probleme gebe es lediglich auf Gesellschafterebene. Weder die Deutsche Bank noch die DZ Bank wollten über Ostern auf Anfrage von „Finanz-Szene.de“ Stellung nehmen.

Wie geht es nun weiter? Angeblich gibt es Geldgeber, die bereit wären, den Gesellschafterkreis zu erweitern – oder gar für die Deutsche Bank oder die DZ Bank einzuspringen. Allerdings ist keineswegs sicher, dass die beiden Frankfurter Institute bei Trustbills überhaupt aussteigen wollen. Das eigentliche Geschäft jedenfalls läuft weiter. Es wird nicht über die insolvente Trustbills GmbH, sondern über deren Tochter Trustbills Marketplace GmbH betrieben. Da die wesentlichen Ausgaben wie Löhne und Gehälter über die Mutter laufen, droht bei der operativen Gesellschaft Insidern zufolge vorläufig keine Infolvenzgefahr.

In der Mitteilung Hörsters und Ulbrichts an „Finanz-Szene.de“ heißt es: „Nach einer erfolgreichen Testphase in 2018 mit einigen namhaften Kunden ist die Trustbills-Plattform in 2019 aus ihrer Beta-Phase herausgetreten. Seitdem stiegen die Tagesumsätze schnell und stetig. Durch das Interesse institutioneller Investoren an der neuen (alten) Asset-Klasse Handelsforderungen, stehen Forderungsverkäufer eine Forderungsankaufs-Volumen von derzeit knapp 1 Mrd. Euro (outstanding) zur Verfügung.“ Und weiter, so als wären die Deutsche Bank und die DZ Bank bereits aus dem Gesellschafterkreis ausgeschieden: „Trustbills dankt beiden Bankhäusern, dass sie mitgeholfen haben, den Trustbills-Plattform-Teilnehmern einen neuen Markt zu erschließen.“ Klingt wie das letzte Wort. Das allerdings ist noch lange nicht gesprochen.

© finanz-szene.de

 

 

Veröffentlichung in der Elbe-Jeetzel-Zeitung

Erstellt: Donnerstag, 11. April 2019

Diakonische Einrichtungen müssen sich neu aufstellen

In Eigenverwaltung und mit Hilfe von Sanierungsberatern

Dannenberg.Die diakonischen Einrichtungen im Landkreis stehen – wieder einmal – vor einer Restrukturierung. Konkret betrifft das die beiden gemeinnützigen Gesellschaften „Diakonische Reha und Pflege im Wendland“, die in Dannenberg eine stationäre Rehabilitationseinrichtung sowie einen ambulanten Pflegedienst betreibt, sowie die „Diakonische Jugendhilfe im Wendland“, besser bekannt als Jugendwerkstatt im Ostbahnhof. Beide gehören zur Dachstiftung Diakonie in Gifhorn.

Die Geschäftsführung hat eine Restrukturierung in Eigenverwaltung angestrengt, um die Betriebe mit Hilfe eines Insolvenzplanes wirtschaftlich neu aufzustellen. Darüber wurden die rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Mittwoch informiert.

Die Eigenverwaltung ist ein neues Instrument der Insolvenzordnung, das eine Unternehmenssanierung deutlich erleichtert, so Geschäftsführerin Dunja Wörthmann, die weiter im Amt bleibt und selbstständig agieren kann. Begleitet wird sie dabei von dem Berliner Rechtsanwalt Olaf Schubert und Dr. Christian Matiebel als Experten für Sanierungsberatung. Rechtsanwalt Dr. Moritz Sponagel aus Hannover wurde vom Amtsgericht Gifhorn zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

Gehälter und Leistungen sind sichergestellt

Dunja Wörthmann und Hans Peter Daub, Vorstand der Dachstiftung Diakonie, betonen, dass die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgesichert seien. Auch alle medizinischen und sonstigen Leistungen in der Pflege und in der Jugendwerkstatt seien weiterhin ohne Einschränkungen sichergestellt. „Wir bleiben ein verlässlicher Partner“, so Daub.

„Das gestartete Eigenverwaltungsverfahren richtet sich darauf aus, dass wir es schaffen, die Gesellschaften zu sanieren“, betont Dunja Wörthmann. Probleme – verursacht durch „zunehmend steigende Sachkosten und derzeit teilweise unzureichende Refinanzierungen durch die Sozialträger“ – gebe es in allen drei Sparten. Das gilt besonders für den ambulanten Pflegedienst. Wegekosten, die hierzulande besonders anfallen, werden von den Kassen nicht übernommen. Und die interessiere auch nicht, „Dass wir unsere 75 Pflegekräfte nach Tarif bezahlen“. Die betreuen 270 Patientinnen und Patienten im gesamten Kreisgebiet. Man hofft, dass die aktuellen Verhandlungen mit den Kassen endlich Erleichterung bringen.

Die Reha Dannenberg, die psychisch krank Menschen bei ihrer beruflichen Rehabilitation unterstützt, leidet darunter, dass die Facharztstelle zeitweise unterbesetzt war, was Folgen für die Belegung hatte. Andererseits sei es aber unbedingt notwendig, dass die Einrichtung – mit 22 stationären Plötzen und 20 Mitarbeitenden – in der Stadt bleibe, um Menschen aus Nordost-Niedersachsen und angrenzenden Regionen eine wohnortnahe Hilfemöglichkeit zu bieten. Weil es aber auch in der Dachstiftung Diakonie keine vergleichbare Einrichtung gibt, wird nun nach einem starken Partner gesucht, der sich in der Pyschatrie-Landschaft gut auskennt.

Auch die Jugendwerkstatt im Ostbahnhof ist kein Geldbringer, gleichzeitig ist der Bedarf an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 27 Jahre im Landkreis derart groß, dass vor kurzem die Zahl der Plätze von 16 auf 23 aufgestockt wurde. Auch hier sei eine Schließung keine Alternative, betont Wörthmann.

„Diakonischer Auftrag weiter erfüllt“

Derzeit wird intensiv daran gearbeitet, die Voraussetzungen für einen dauerhaften Weiterbetrieb der beiden Gesellschaften zu schaffen. Geschäftsführerin Dunja Wörthmann: „Uns ist wichtig, dass unser diakonischer Auftrag weiter erfüllt werden kann und auch unsere Mitarbeitenden weiter gern für uns arbeiten“. Sie sieht in der Sanierung in Eigenverwaltung eine gute Chance, bis zur Umsetzung einer Investorenentscheidung sowie Neuverhandlungen, etwa mit Vermietern, zu einer dauerhaft tragfähigen Lösung für beide Unternehmen zu kommen.

Von Christiane Beyer    © Elbe-Jeetzel-Zeitung

 

 

Veröffentlichung in der Frankfurter Allgemeine

Erstellt: Mittwoch, 27. Februar 2019

Verbraucherzentrale Bremen meldet Insolvenz an

Zu der Arbeit der Verbraucherzentralen gehört auch die Beratung von Schuldnern, besonders wenn die Insolvenz droht. Nun braucht die Verbraucherzentrale Bremen in eigener Sache selbst Beratung.

„Germania ist insolvent“ prangt deutlich auf der Startseite der Verbraucherzentrale Bremen. Eher versteckt unter den Pressemitteilungen und dem Titel „Zur Situation der Verbraucherzentrale Bremen e.V.“ findet sich der Hinweis auf die eigene Insolvenz. Man habe eine Restrukturierung in Eigenverwaltung initiiert, um sich mithilfe eines Insolvenzplans wirtschaftlich neu aufzustellen und in erheblichem Umfang drohende sozialversicherungsrechtliche Ansprüche der Altersversorgung abzuwenden.

Die Verbraucherzentralen haben die Aufgabe, die Interessen der Verbraucher und Verbraucherinnen politisch und rechtlich zu vertreten sowie diese zu informieren und zu beraten. Organisiert sind die auf Landesebene als Vereine, die und in der Dachorganisation Verbraucherzentrale Bundesverband  zusammengeschlossen sind.

Aufgrund der geringen Größe des Bundeslandes ist die Bremer Verbraucherzentrale eine der kleinsten Zentralen. 2017 hatte sie 19.238 Beratungen durchgeführt, in etwa so viel wie im Jahr davor. Nachdem 2016 vor allem der Widerruf von Immobiliendarlehen“ eine große Rolle gespielt hatte, wurden 2017 vor allem Beratungsangebote im Bereich von Finanzen und Versicherungen (26 Prozent) sowie Ernährung stärker nachgefragt. Der größte Teil der Beratungen entfiel auf allgemeine Fragen des Verbraucherrechts. Ob sich dies von anderen Verbraucherzentralen deutlich unterscheidet, ist schwer zu sagen, da der Ausweis nicht einheitlich erfolgt.

Zu viel Betriebsrente zugesagt

Grund für den Insolvenzantrag sind nicht ausreichend versicherte Verpflichtungen, die sich auf die Beschäftigungsverhältnisse auswirken. Arbeitsrechtliche Inhalte im Rahmen des Sanierungsverfahrens neu geregelt werden. Deutlicher schreibt es die Zeitung „Weser-Kurier“: Die Verbraucherzentrale habe Fehler in Arbeitsverträgen gemacht.

Mitarbeiter seien offenbar vor Jahren dem falschen Versorgungsanbieter zugeordnet worden und hätten dadurch nun Anspruch auf mehr Geld, als ihnen zugestanden hätte. Die Verbraucherzentrale habe jedoch offenbar nur das Geld für die Betriebsrente zurückgestellt, was den Mitarbeitern zugestanden hätte. Zur Höhe dieser Altlasten habe sich niemand von der Verbraucherzentrale äußern wollen.

Entlassungen seien nicht geplant, Gehälter und Beratungsangebot gesichert, heißt es von der Verbraucherzentrale. Mit den Beteiligten sei man im Gespräch und suche im Interesse aller nach Lösungsmodellen. „Wir sind zuversichtlich, dass die Verbraucherzentrale gestärkt aus dieser Restrukturierung hervorgehen wird und ihren Auftrag, allen Bürgerinnen und Bürgern im Land Bremen eine anbieterunabhängige Verbraucherberatung anzubieten, auch in Zukunft erfüllen wird“, sagte der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Tim Voss.

Auslaufende Förderungen für Bundesprojekte wie „Finanzmarktwächter“ spielten keine Rolle. Die Verbraucherzentrale verbuchte nach eigenen Angaben 2017 Einnahmen von etwa 2,1 Millionen Euro. Davon kamen 56 Prozent durch Projektmittel vom Bund, 19 Prozent durch Zuwendungen von Bund/Land, eine institutionelle Förderung von 14 Prozent und eigene Einnahmen von 10 Prozent.

Der Berliner Rechtsanwalt Olaf Schubert und der Insolvenzberater Christian Matiebel begleiten den Vereinsvorstand als Experten für Sanierungsberatung durch das Verfahren. Rechtsanwalt Moritz Sponagel von der Kanzlei Sponagel wurde vom Amtsgericht Bremen zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

Von Martin Hock   © Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

 

Veröffentlichung im Weser Kurier

Erstellt: Dienstag, 26. Februar 2019

Verbraucherzentrale Bremen meldet Insolvenz an

Die Verbraucherzentrale Bremen ist in Geldnöten. Dem gemeinnützigen Verein droht wegen eines Vertragsfehlers in der Vergangenheit die Insolvenz.

Der Verbraucherzentrale Bremen droht die Pleite. Der gemeinnützige Verein hat Insolvenz angemeldet, um sich wirtschaftlich neu aufzustellen. Wie der WESER-KURIER aus mehreren voneinander unabhängigen Quellen erfahren hat, fehlt der Beratungsstelle Geld, weil es in der Vergangenheit Fehler in Arbeitsverträgen gegeben hat. „Es geht um eine drohende Zahlungsunfähigkeit“, sagte Tim Voss, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Verbraucherzentrale auf Nachfrage. In „erheblichem Umfang“ stünden sozialversicherungsrechtliche Ansprüche der Altersversorgung an. Entlassungen der 32 Mitarbeiter seien nicht geplant. Auch die Gehälter und das Beratungsangebot seien gesichert.

Laut einer Pressemitteilung hat die Verbraucherzentrale Bremen eine „Restrukturierung in Eigenverwaltung“ initiiert, um sich mithilfe eines Insolvenzplans wirtschaftlich neu aufzustellen. Rechtlich gesehen ist die Verbraucherzentrale ein eingetragener Verein, die Restrukturierung in Eigenverwaltung entspricht dem, was bei Unternehmen eine Insolvenz in Eigenverwaltung ist. In solchen Fällen bleibt die Geschäftsführung im Amt und kann weiter agieren.

Grund für die Maßnahme sind Fehler bei der Altersvorsorge der Mitarbeiter: Diese wurden offenbar vor Jahren dem falschen Versorgungsanbieter zugeordnet und haben dadurch nun Anspruch auf mehr Geld, als ihnen – im Falle einer richtigen Eingruppierung – zugestanden hätte. Weil die Verbraucherzentrale jedoch von anderen Annahmen ausgegangen war, hat der Verein offenbar zu wenig Geld für die Betriebsrente seiner Mitarbeiter zurückgelegt. Die dadurch drohenden Nachzahlungen sind Auslöser für das Verfahren.

Damit die Verbraucherzentrale weiter arbeiten kann, müssen „arbeitsrechtliche Inhalte im Rahmen des Sanierungsverfahrens neu geregelt werden“, heißt es in der Mitteilung. Ziel sei, die Risiken zu bereinigen. Zur Höhe dieser Altlasten wollte sich auf Nachfrage niemand von der Verbraucherzentrale äußern. Die Mitglieder des Verwaltungsrates und die beteiligten Rechtsanwälte verwiesen auf eine Verschwiegenheitsklausel. Auch Verbraucherzentralen-Vorständin Annabel Oelmann war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

"Die Verbraucherzentrale braucht mehr Förderung"

Auslaufende Förderungen für Bundesprojekte wie „Finanzmarktwächter“ oder „Gut fürs Geld, gut fürs Klima“ spielten bei den nun startenden Prozessen keine Rolle, sagte Voss. Die Leistungen des Beratungszentrums in Bremen und in Bremerhaven seien weiterhin sichergestellt, so Voss. Die Verbraucherzentrale hat 2017 laut dem aktuellen Jahresbericht 19 283 Beratungen geleistet.

Der Berliner Rechtsanwalt Olaf Schubert und der Insolvenzberater Christian Matiebel beraten den Vorstand bei der anstehenden Sanierung. Rechtsanwalt Moritz Sponagel von der Kanzlei Sponagel Rechtsanwälte in Bremen wurde vom Amtsgericht zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Das vorläufige Insolvenzverfahren ist damit beantragt, es wird geprüft, ob das Gericht das Verfahren eröffnet.

„Die Verbraucherzentrale braucht mehr Förderung – das ist allerdings völlig unabhängig von der momentanen Situation“, sagte Stephanie Dehne (SPD). Sie vertraue darauf, dass der Vorstand die Restrukturierung hinbekomme. „Die Hintergründe für die Insolvenz müssen sauber geklärt und eine nachhaltige Lösung zum Erhalt der Verbraucherzentraleschnellstens gefunden werden“, forderte Maike Schaefer (Grüne).

Über höhere Förderung muss man diskutieren

„Wichtig ist, dass das Beratungsangebot aufrechterhalten bleibt“, sagte Magnus Buhlert (FDP). Die nun anstehenden Prozesse würden zeigen, ob Gelder nötig seien. Dann müsse man über Maßnahmen nachdenken, die „zielvoll, sinnvoll und notwendig“ seien. Als „gut getaktet und aufgestellt“ sieht Susanne Grobien (CDU) den Vorstand. Über eine höhere, bedarfsgerechte institutionelle Förderung müsse man diskutieren. Klaus-Rainer Rupp von den Linken sagte: „Wir sprechen uns bereits seit Jahren für eine Aufstockung der Förderung aus, damit die Angebote ausgebaut werden können und finanziell auskömmlich untersetzt sind.“

Die Verbraucherzentrale verbuchte nach eigenen Angaben 2017 Einnahmen von etwa 2,1 Millionen Euro. Davon kamen 56 Prozent durch Projektmittel vom Bund, 19 Prozent durch Zuwendungen von Bund/Land, eine institutionelle Förderung von 14 Prozent und eigene Einnahmen von zehn Prozent.

Von Pascal Faltermann   © Weser Kurier

 

 

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